Zukunft Vielbrunn

Initiative für Mensch und Natur

Informieren Sie sich!

Machen Sie sich selbst ein Bild – warum sind wir Bürger von der Initiative Zukunft Vielbrunn gegen weitere Windräder in unserer Nachbar-schaft und im Odenwald?

Immer wieder werden wir konfrontiert mit den Phrasen der Windkraftbefürworter.

Wir meinen, weitere Windenergie im Odenwald ist mit zu vielen Nachteilen verbunden und kann bestenfalls als behutsame Ergänzung in einem zu suchenden naturverträglicheren (regenerativen) Energiemix sinnvoll sein.

Es gibt es Auswege, gute Alternativen und kluge Kombinationsmöglichkeiten, so dass unser „Contra“ und eine berechtigte Kritik nicht als bloße Verhinderung, als Ausschluss erneuerbarer Energien generell oder gar als ein Plädoyer für die problematischen und umweltfeindlichen fossilen Energieträger Kohle, Öl oder Atom, missverstanden werden darf. Damit Sie sich über uns und unsere Arbeit informieren können, stellen wir Ihnen hier einmal einige Plattitüden zusammen und erläutern Ihnen, weshalb uns diese oft ärgern, aber nicht zutreffend sind. Machen Sie sich bitte selbst ein Bild – wir haben es auch getan:

Ist die BI Zukunft Vielbrunn generell gegen Windkraft oder Erneuerbare Energien und damit für Atomkraftwerke und unterstützt damit die Atomlobby?

Dem ist nicht so! Windkraft kann sinnvoll sein, wenn sie als behutsame Ergänzung gesehen wird und nicht eine Hauptlast für die Energieversorgung trägt. Gerade im Odenwald hat sich gezeigt, dass die vorherrschenden meteorologischen Gegebenheiten gegen einen weiteren Ausbau der Windindustrie auf unseren Höhenzügen sprechen. Das seit Jahren schwache Windaufkommen (die sogenannte Windhöffigkeit) führt dazu, dass sich die bereits gebauten Windräder am Hainhaus oft nicht drehen und nicht produzieren. Gerade im vergangenen Monat Januar 2017 war dies für Vielbrunner Bürger besonders gut zu beobachten.

Das einzige Windrad am Hainhaus, zu dem Zahlenmaterial vorliegt, ist das sogenannte „Bürgerwindrad“ (Nr. 7), das seit seiner Entstehung defizitär läuft und für tiefrote Zahlen im Stadtsäckel von Lützelbach sorgt. Wir fragen also:

„Was für einen Sinn machen weitere Windräder in unserer Nachbarschaft, wenn diese dann still stehen und gar nicht produzieren?“

„Warum soll weiter der Wald und die Natur bei Vielbrunn im Felgenwald zerstört werden, wenn das doch schlecht für unser Klima ist?“

Der absolute Betrag an CO2 Reduktion durch Windkraft ist zu gering, um die Temperatur zu senken oder eine weitere Erhöhung zu verhindern.

Eine Berechnung zeigt, dass alle Windkraftanlagen zusammen erst in ca. 2.000-10.000 Jahren die Temperatur um max. 0,1 Grad senken könnten.

Auch wir sehen das hohe Gefahrenpotential der Atomkraft (das haben Tschernobyl und Fukushima gezeigt). Es gibt kluge (und mindestens so umweltfreundliche) regenerative Alternativ-Kombinationen. Viele andere regenerative Energiequellen sind zwar noch nicht so wirkungsvoll, aber sie wären auch nicht so zerstörend für Landschaft, Biodiversität (Vielfalt der Arten) und Mensch. Daher sollte man nicht weiter auf diese Technik setzen. Allerdings wird in ganz Europa die Kernenergie stark gefördert und weiter ausgebaut. Lediglich in Deutschland ist ein spürbarer Rückbau zu sehen.

Da der produzierte Strom aus Windkraftanlagen noch nicht gespeichert werden kann und bei ungünstigen Wetterbedingungen Wind und Sonne nicht genügend Strom liefern, müssen konventionelle Kraftwerke (die mit fossilen Brennstoffen arbeiten), stets und immer bereitgehalten werden (die sogenannten Schattenkraftwerke), um Stromausfällen vorzubeugen. Dabei werden hier leider die preiswerteren Kohlekraftwerke den teureren effektiveren Gaskraftwerken vorgezogen.

Bei „Flaute“ wird aber auch oft der Atomstrom für viel Geld aus dem Ausland abgenommen. Und anders herum – wenn zu viel Strom bei uns erzeugt wird, müssen Überhänge wegen der mangelnden Speicherung ins Ausland abgegeben werden. Allerdings erhalten die Stromerzeuger hierfür dann kein Geld von den Nachbarländern, sondern müssen sogar dafür bezahlen, dass der Strom im Ausland abgenommen wird. Die Zeche bezahlen immer wir über den hohen Strompreis - die Verbraucher. Ein Irrsinn!

Die BI Zukunft Vielbrunn ist  ja nur gegen die Windkraft, weil die Räder vor der eigenen Tür stehen, frei nach dem Sankt-Florians-Prinzip (NIMBY=not in my back Yard)

Zunächst: Die Vielbrunner Bürger leben seit Jahren mit neun Windkraftanlagen in unmittelbarer Dorfnähe. Das muss reichen!

Geplant sind allerdings weitere Windkraftanlagen in der Vielbrunner Gemarkung und auch in den umliegenden Gemeinden (die Felgenwaldwindräder werden in der Würzberger Gemarkung gebaut, aber direkt an der Gemarkungsgrenze zu Vielbrunn). Dabei verweisen wir auf die aktuell laufenden Planungen und das dazu vorliegende Kartenmaterial. Demnach sind bis zu 100 Windräder rund um Vielbrunn möglich.



Da unsere bayerischen Nachbargemeinden Amorbach und Wörth die Windenergie wollen, sind unsere Bedenken berechtigt. Sie erkennen die bayerischen Flächen in der Farbe Lila.

Gut zu erkennen ist die von Bäumen befreite Fläche. Wie nahe die Felgenwald-windräder an Vielbrunn und dem dortigen Segelflugplatz ist, erkennt man gut oben am oberen Bildrand.

Es ist selbstverständlich, dass wir uns für unsere Umwelt interessieren und uns Sorgen machen, denn durch Windkraftanlagen wird massiv in das Landschaftsbild und in die Natur eingegriffen.

Naturschützer weisen darauf hin, dass jährlich etwa 200.000 Vögel und Fledermäuse an Windkraftanlagen sterben. Zusätzlich kommt es zu einer Lebensraument- wertung und Scheuchwirkung für die heimische Tierwelt durch Windkraftanlagen.

Fledermäuse und Vogelarten werden gestört, vertrieben, verunglücken und sind in ihrer Existenz bedroht. Untersuchungen zeigen, dass alleine im Vogelsberg (hier befinden sich sehr viele Windkraftanlagen) der Bestand des Rotmilans um 30% zurückgegangen ist.

Auch im Felgenwald gibt es Bruthorste des Rotmilans, des Mäusebussards und Schwarzspechts sowie Wochenstuben diverser vom Aussterben bedrohter Fledermausarten. Im Übrigen sind gerade auch unsere Waldameisen oft ein Opfer von Bau und Betrieb von Windkraftanlagen, die durch die Bodenvibrationen vertrieben werden. Immer wieder werden Wildkatzen in unseren Wäldern gesichtet. Diese scheuen Tiere kommen langsam wieder zurück und sie lieben es gar nicht, in auseinandergerissen Wäldern über geschotterten Boden zu gehen. Ferner stört diese Wildkatzen in der Nacht das Rotlicht. Sie schleichen sich im Schutze der Dunkelheit und der dichten Wälder an ihre Opfer an. Gerade der BUND, der uns und unsere Aktivitäten immer wieder kritisiert, stellt die Rettung der Wildkatze stellt in den Vordergrund. Wie passt das zusammen?

Da aber auch unser Vielbrunner Trinkwasser vom Bau und Betrieb der genehmigten Windkraft-anlagen im Felgenwald massiv bedroht ist und dies sogar in der Baugenehmigung vom RP schriftlich attestiert und hingenommen wird, ist diese Sorge mehr als berechtigt. Als Besonderheit für den Odenwald ist im Zusammenhang mit dem Trinkwasser der Kluft- sandstein zu nennen. Neben einer Verletzung der filterwirksamen Deckschicht bei den Bodenarbeiten (Fundamente werden bis ca. 5 m Tiefe gegründet), kommt eine mögliche Zerstörung durch den massiven Druck der hohen Windräder dazu, die im Dauerbetrieb auf den Steinschichten unter dem Fundament lastet. Hier können schnell andere Klüfte entstehen und vor Allem die Wasserfließ-richtungen ändern, da Sandstein diesen Druck nicht dauerhaft aushält.

Gerade deshalb lehnen wir die Windkraftanlagen im Felgenwald (ganz nahe an unserem Brunnen) ab und fordern auch die politischen Gremien dazu auf, uns bei dieser Ablehnung zu unterstützen und unser Trinkwasser und unseren Tiefbrunnen für uns und unsere nachfolgenden Generationen zu erhalten.  

Im Übrigen machen sich Atomkraftgegner Sorgen um AKWs in Deutschland, übersehen aber dabei, dass das Europäische Ausland vermehrt auf Atomstrom setzt und zahlreiche neue AKWs baut. Dies ist nach gleicher Logik nichts anderes als das Sankt-Florians-Prinzip.

Die BI Zukunft Vielbrunn verhindert mit der Ablehnung weiterer Windkraft die kommunale Wertschöpfung?

Unter Wertschöpfung wird der Ertrag aus wirtschaftlicher Tätigkeit als Differenz zwischen der Leistung (Wert des Endproduktes) und der zur Leistungserstellung benötigten Vorleistung (z.B. Kosten) verstanden.
Da es sich bei Windkraft um eine Dauersubvention mit staatlich garantiertem Abnahmepreis handelt, kann in diesem Zusammenhang betriebswirtschaftlich nicht von Wertschöpfung gesprochen werden.
Manche Windräder stehen sogar oft schon still (siehe auch am Hainhaus) und gehen gar nicht ans Netz. Doch egal ob „nur“ der Wind fehlt, der Ertrag defizitär ist oder aus anderen Gründen nicht angeschlossen wird, es entstehen Subventionsruinen, die nur für Betreiber und Pachtgeber lohnend sind, aber für die Allgemeinheit nicht, die diese Kosten über das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) und den hohen Strompreis bezahlt werden.

Es ist leider nicht so, dass Bürger durch Beteiligungen an Windkraftanlagen hohe Renditen erzielen können. Wie bereits oben ausgeführt, läuft das einzige Bürger-Windrad, von dem Zahlenmaterial vorliegt, defizitär. Generell gilt, dass keine Gewinne und somit keine Wertschöpfung erzielt wird. Im Gegenteil. Vermögensberater, Fonds- manager und Wirtschaftsexperten raten Privatpersonen dringend von finanziellen Engagements in Windkraft ab. Zahlreiche Windkraft-Fonds sind in Schieflage geraten und erzielen nicht ansatzweise die versprochenen Renditen. Steuerrechtliche Behandlung von Windkraftanlagen (z.B. Abschreibungsmöglichkeiten) sorgen dafür, dass die betroffenen Gemeinden quasi keine Gewerbesteuer einnehmen. Die Betreiberfirmen der Windkraftanlagen haben ihren Firmensitz oft gar nicht in der Kommune, wo das Windrad erbaut wird. Dann wird die Gewerbesteuer nicht an die Kommune abgeführt, sondern geht an die Kommune mit dem Firmensitz. Die Kommunen gehen meist sowieso leer aus.

Der Odenwald hat eine bessere Qualität und Perspektive verdient als eine einseitige Industrialisierung durch Windkraft. Alternativ möglich wären intelligente landschaftsverträglichere Formen in hochwertigem Gewerbe und Dienstleistung, die sich (auch) für Vielbrunn positiv auswirken könnte. Ein Bruchteil der Windkraftsubventionen würde dafür bereits viel bewirken.

Die Immobilienpreise in Vielbrunn werden weiter in den Keller wandern, da das Interesse, hierher zu ziehen, weiter zurückgehen wird. Experten sprechen von Wertverlusten von bis zu 50%. Unser Ort mit der weitestgehend intakten Infrastruktur (Kindergarten, Schule; wir haben sogar ein Freibad) wird mit 100 Windrädern und mehr sterben, da ein Zuzug kaum noch stattfinden wird.

 Windkraft ist aufgrund ihrer Nachteile eher Regionszerstörung als positive Regionalentwicklung für den Odenwald! Es gibt andere dezentrale regenerative Energieformen, die klug kombiniert werden können, um Schäden durch Windkraft zu vermeiden und die dem ländlichen Raum dennoch eine gute und „echt nachhaltige“ Perspektive geben können. Mit Windkraft werden Chancen und Arbeitsplätze in anderen Bereichen (Tourismus, Naturschutz, andere regenerative Energien) benachteiligt oder gar beseitigt.

Die Windräder stören den Tourismus im Odenwald nicht – Die Menschen fahren auch an die Nordsee – trotz der Windräder…

Der touristische Wert vom Odenwald würde durch (zu viel) Windkraftanlagen vermindert und damit entsteht eine Gefahr für die ohnehin schon stark eingeschränkte (Tourismus)Wirtschaft. Das gilt vor allem für den sogenannten sanften Tourismus, bei dem gerade die unverbaute Landschaft eine Bedeutung hat. Eine Region wie der Odenwald, die von solchem Tourismus zu 100% abhängt, wird die negative Wirkung spüren, denn Ruhe und Stille verschwinden (optisch und akustisch). Eine freie unverbaute Landschaft ist ein bedeutender Schatz und Raum für menschliche positive Emotionen, der droht, durch Windenergie verloren zu gehen: markante unbebaute Höhen und schöne Landschaftsbilder sind bei uns von großem Wert. Es darf nicht nur Technik zählen. Es droht eine weit sichtbare Technikprägung der Landschaft – das ist zu einseitig und demzufolge ungerecht.

Der Aufenthalt insbesondere unter Windrädern und in Windparks oder in deren Nähe bereitet vielen Menschen Unwohlsein. Grund sind Geräusche und Schatten- wirkungen, aber auch der menschliche Instinkt, vermeintlich bedrohliche sich bewegende und > 150m große Bauwerke zu meiden. Die Fläche bzw. nähere Umgebung ist damit für Wanderer entwertet.

So schlimm ist das mit der Abholung doch gar nicht…

Doch - ist sie! Für Windkraftanlagen müssen viele Leitungen und Anschlüsse gelegt werden, sowie mit Schwerlastern befahrbare Wege gebaut oder unterhalten werden. Breitere (Feld/Wald-)Wege mit sehr großen Kurvenradien für die Schwerlaster werden benötigt. Das zersiedelt und zerstört in der Summe deutlich die Landschaft im Odenwald. Wenn man von 100 Windkraft-anlagen in unserer Dorfnähe ausgeht, dann wird nicht viel Wald übrig bleiben. Besonders in unserem naturnahen Wald wirken die gerodeten Bereiche und die entstehenden Masten als (zer)störender Fremdkörper des Lebensraumes und Bedrohung vieler Tierarten.

Die massigen und tief reichenden Betonfundamente (man stelle sich davon 100 Stück vor) verbleiben dauerhaft - auch nach eventuellem Abbau des Windrades - im Boden. Ein Fundament für eine Windkraftanlage enthält ca. 2.500 - 3.500 t Zement. Umgerechnet auf Zementmischern sind über 300 - 450 Fahrten nur dafür erforderlich. Im Bereich der Chemikalien, die dabei zum Einsatz kommen, wird u.a. pro Fundament mit ca. 1,6 – 2 kg Arsen gerechnet. Weitere Chemikalien, die nicht unbedingt gesundheitsförderlich sind, kommen natürlich noch dazu.

Mehrere Hektar Wald auf unseren benachbarten Bergkuppen werden verdichtet und versiegelt. Die massigen Fundamente können Wasserhaushalt (Grundwasser, Trinkwasser), Boden und Stoffkreisläufe tief greifend beeinträchtigen. Gefahrstoffe (z.B. Hydraulik-Öle) werden zum Bau und zur Wartung teils durch sensible Lebensräume und Trinkwasserschutzgebiete transportiert, obgleich dies sonst verboten ist. Daraus folgt eine potenzielle Unfall- und Verseuchungsgefahr, besonders auf den Zuwegen in Wald und Flur.

Wir freuen uns, wenn diese Fakten-Zusammenstellung hilft, dass Sie sich selber ein Bild machen können, worum es uns geht. Bitte – unterstützen Sie uns dabei, dass uns Vielbrunn und unsere Natur erhalten bleiben.

Wir schließen mit einem Zitat vom verstorbenen Graf Franz zu Erbach, aus einem Leserbrief an das Odenwälder Echo, vom 13.02.2010:

„Alle, die ihre Odenwälder Heimat gerade wegen ihrer  einmaligen und eindrucksvollen Schönheit der Landschaft besonders lieben, sollten kompromisslos diese Landschaft verteidigen“.

 Dem brauchen wir nichts hinzufügen.